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HIV / Aids – die Zeit der Scham ist vorbei

Es ist nicht von der Hand zu weisen, das HIV ein Thema ist, dass uns alle angeht. Auch wenn in den letzten Jahren viele Fortschritte gemacht wurden, bspw. in der HIV-Therapie, so ist und bleibt HIV eine der größten Herausforderungen – in Deutschland und weltweit.

HIV betrifft uns auch heute noch

Es sind rund 30 Jahre vergangen seitdem der HIV-Virus entdeckt wurde und heute ist die Medizin auf einem guten Weg: Die Infektionsraten sinken, der Zugang zur Behandlung verbesserte sich in vielen Regionen und immer weniger Menschen sterben an den Folgen der Erkrankung.

Aber dennoch ist und bleibt HIV ein wichtiges Thema, das uns alle betrifft: 2017 lebten nach Schätzungen von UNAIDS weltweit knapp 37 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion. Davon waren fast zwei Millionen Kinder im Alter unter 15 Jahren. Dazu kommt das rund 25% der Menschen die mit HIV leben, nichts von ihrer Infektion und den möglichen Folgen wissen. Weltweit erhielten 2017 nur etwa 59% der Betroffenen eine entsprechende HIV-Therapie.

Wichtig ist, sein Wissen zu erweitern

HIV ist eine Erkrankung, die in allen Teilen der Welt vorkommt, wobei in einigen Ländern mehr infizierte leben, als in anderen. Allerdings ist das auf die medizinische Versorgung und der Aufklärung der Bevölkerung zurückzuführen. Dazu kommen noch die rechtliche Situation und das Ausmaß von Diskriminierungen in den jeweiligen Ländern. Einige Regionen in Afrika, Asien und Süd- sowie Mittelamerika sind besonders von HIV betroffen, aber auch in Osteuropa werden steigende Zahlen verzeichnet.

Dennoch: Zwar ist die Zahl der Neuinfektionen hoch, doch zugleich konnte sie nach und nach gesenkt werden. 2017 gab es laut UNAIDS rund 1,8 Mio. HIV-Neuinfektionen, während es zur Jahrtausendwende noch über drei Millionen waren. Selbst die Zahl der Todesfälle durch AIDS ist weltweit rücklaufend. Rund eine Millionen Menschen starben in 2017 an AIDS und das waren 900.000 weniger als 2005, dem Jahr, in dem die meisten Todesfälle aufgrund den Folgen der Erkrankung verzeichnet wurden.

HIV (AIDS) zeigt sich in ganz unterschiedlichen Gesichtern

Während es für viele selbstverständlich ist, HIV-positiv zu sein und mitten im Leben zu stehen, während es für andere es eben nicht ist.

Um einer Erpressung zuvorzukommen, hat sich im April letzten Jahres Conchita Wurst als HIV-positiv geoutet. Viele Menschen wie Conchita leben dank des medizinischen Fortschritts ganz normal weiter. Sie arbeiten, bekommen Kinder und geben sogar bei einer gut funktionierenden Therapie beim Sex ohne Kondom das Virus nicht weiter. Aber dennoch sind diese Menschen, die mit dem HIV-Virus leben weiter angreifbar. Manchen Menschen denken, dass es ein Makel ist, den sie nutzen können, um sie zu erpressen, wie eben das Beispiel um Conchita Wurst beweist.

Es sind Scham und Angst die dahinter stecken. Erpressbar ist man nur dann, wenn etwas zu Tage kommt, was so unangenehm ist, dass man alles dafür tun würde, damit es weiterhin geheim bleibt.

Habe ich HIV / Aids?

Besonders kurz nach der Ansteckung oder bei einer länger bestehenden, unbehandelten Infektion mit HIV entwickeln die meisten Menschen Symptome. Ob eine HIV-Infektion vorliegt, das kann nur mit einem HIV-Test festgestellt werden.

Die wichtigsten Symptome in Kürze:

  • Die Symptome von HIV können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.
  • Symptome wie bei einer Grippe können kurz nach einer HIV-Infektion auftreten, wie bspw.: Abgeschlagenheit, Fieber, Nachtschweiß oder Lymphknotenschwellung. Zumeist verschwinden diese Symptome nach kurzer Zeit wieder.
  • In den meisten Fällen gibt es im Anschluss eine lange Phase ohne Symptome. Aber dennoch schädigt HIV den Körper.
  • Das Immunsystem ist ohne HIV-Behandlung irgendwann so geschwächt, dass lebensgefährliche Erkrankungen auftreten. In dem Fall wird von AIDS gesprochen.
  • Dank der modernen HIV-Medikamente können betroffene lange und gut mit HIV leben und AIDS verhindern.

Wichtig ist hier, zu erwähnen, dass HIV-Symptome unspezifisch sind und diese auch bei anderen Krankheiten auftreten können. Das bedeutet, dass eine Lymphknotenschwellung mit Nachtschweiß nicht unbedingt bedeuten muss, dass eine HIV-Infektion vorliegt. Doch sollten Symptome in zeitlicher Nähe zu einem HIV-Risiko auftreten, dann ist ein HIV-Test sinnvoll.

Auf positiv-leben.de erhalten HIV infizierte und Angehörige Informationen rund um HIV/AIDS, die Therapie und vieles mehr.

Liegt eine HIV-Infektion vor, dann erkennt das Immunsystem die HI-Viren als Eindringling und setzt die körpereigenen Abwehrzellen und Antikörper diesen entgegen. Eben diese Antikörper lassen sich durch einen HIV-Test nachweisen, womit festgestellt werden kann, ob eine HIV-Infektion vorliegt – also ob man HIV-positiv ist.

In der Regel handelt es sich bei einem HIV-Test um einen Antikörper-Suchtest. Das heißt, dass im Blut nach Antikörpern gegen HIV gesucht wird. Diese lassen sich im Labortest spätestens sechs Wochen nach der Ansteckung und mit einem Schnelltest nach spätestens 12 Wochen nachweisen. Liegt der Verdacht auf eine frische Infektion vor, dann ist es möglich, bereits vorab ein Testverfahren einzusetzen, durch das das Virus oder Virusbestandteile direkt nachzuweisen sind.

Dass keine HIV-Infektion vorliegt, man also HIV-negativ ist, das kann mit Sicherheit beim Labortest nach sechs Wochen nachgewiesen werden. Mit einem Schnelltest ist das nach drei Monaten möglich.

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