schlaefrig 660x330 - Melatonin – das natürliche „Einschlafhormon“

Melatonin – das natürliche „Einschlafhormon“

In Deutschland leiden Millionen von Menschen unter Ein- oder Durchschlafstörungen. Dafür ist in der Regel Stress verantwortlich, sei es beruflich und/oder privat. Stress ist ein unvermeidlicher Begleiter im Alltag und dieser kostet nicht nur Nerven, sondern raubt den wohlverdienten und so wichtigen Schlaf. Die Folge ist, dass voreilig zu Schlaftabletten gegriffen wird, die beim Einschlafen helfen sollen. Kurzfristig sind Medikamente, die verschreibungspflichtig sind, sicherlich hilfreich, doch sie bringen Nachteile mit sich. Denn nicht nur, dass sie das Schlafmuster verändern, sondern sie führen mit der Zeit zur Abhängigkeit und darüber hinaus sind diese nicht frei von Nebenwirkungen – selbst wenn die Tabletten oder andere Arzneiformen streng nach vorgegebener Dosierung eingenommen werden. Sicherlich wird der eine oder andere bei der Suche nach einer Alternative über das Schlafhormon „Melatonin “ gestolpert sein und sich gefragt haben, was es damit auf sich hat.

Melatonin für einen gesunden Schlaf

Je älter der Mensch wird, desto mehr verändert sich sein Schlafverhalten und dieses geht nicht selten mit Schlafstörungen einher. Viele Menschen kennen es: Man wacht auf, schaltet das Licht ein, der Blick zur Uhr – viel zu früh! Über den Tag dann fühlt man sich wie gerädert. Das, was bleibt, ist der Wunsch, einen gesunden Schlaf zu genießen. In dieser Hinsicht gibt es eine gute Nachricht: Es gibt den Stoff, aus dem die Träume sind und eben diesen trägt jeder Mensch in sich. Eines der Grundbedürfnisse eines jeden Menschen ist ein ausreichender und erholsamer Schlaf. Dieser kann Erkrankungen vorbeugen und ist für die Gesundheit unerlässlich. Menschen die häufig schlecht schlafen, die besitzen ein bis zu 30 Prozent höheres Risiko, an einer Herz- und Kreislauferkrankungen zu erkranken. Im Schlaf nimmt der Körper „Reparaturarbeiten“ vor und es wachsen sogar Muskeln, zumindest wenn zuvor eine eiweißreiche Ernährung zugeführt und tagsüber Sport getrieben wurde. Das natürliche Schlafhormon Melatonin, steuert den Tag-und-Nacht-Rhythmus des Menschen. Diesem Hormon werden zahlreiche positive Wirkungen zugeschrieben und nur wenige Nebenwirkungen. Aus diesem Grund kann Melatonin für viele Menschen mit Schlafproblemen eine schlafanstoßende Lösung sein.

Wobei handelt es sich bei Melatonin?

Der Körper stellt Melatonin selbst her und wird hauptsächlich in der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn gebildet. Allerdings wird ein geringer Anteil auch in der Netzhaut der Augen und im Darm produziert. Wie viel von dem Hormon letztendlich ausgeschüttet wird, das ist abhängig von den Augen. Durch die Einwirkung von Tageslicht auf die Netzhaut wird die Bildung des Hormons gehemmt. Anders dagegen bei Dunkelheit. In dem Fall wird die Ausschüttung angeregt. An bestimmen Bindungsstellen kann das freigesetzte Hormon, wie bspw. an den Blutgefäßen im Gehirn oder an einigen Zellen des Immunsystems andocken. Bei Dunkelheit wird dem Körper dann klargemacht, dass es Zeit ist zu ruhen und bspw. den Energieverbrauch herunterzufahren und den Blutdruck zu senken. Des Weiteren wird die Körpertemperatur von dem Hormon gesenkt, das Immunsystem angekurbelt, die Ausschüttung des Sexualhormons beeinflusst sowie das Lernen und das Gedächtnis. Über Tag ist der Melatoninspiegel rund drei- bis zwölfmal niedriger als in der Nacht. Doch je älter der Mensch wird, desto geringer ist die körpereigene Produktion des Schlafhormons.

Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel

Sollte es nicht möglich sein, auf ganz natürliche Art und Weise ein ausbalanciertes Melatonin-Niveau zu erhalten, dann ist es möglich, durch die Einnahme von einem Nahrungsergänzungsmittel nachzuhelfen. Das bedeutet, dass es Melatonin bspw. in der Apotheke oder auch in online Apotheken und -Shops gibt. Erhältlich ist dieses Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln, Spray oder Tabletten. Dabei kommt eine wichtige Frage auf, kann es bei der Einnahme zu Nebenwirkungen kommen? In dieser Hinsicht kann jeder beruhigt werden, denn zahlreiche Studien haben bereits aufgezeigt, dass gesunde Personen, die Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen – über einen kurzen Zeitraum von rund zwei Monaten – kaum bis gar nicht von Nebenwirkungen betroffen sind. Kommt es dennoch zu Nebenwirkungen, bei der Einnahme, dann kann es sich um den falschen Zeitpunkt handeln oder aber um eine zu hohe Dosierung. Daher sollte bei der Einnahme auf die empfohlene Dosierung von 0,5 bis 3 mg täglich geachtet und diese sollte auch nicht überschritten werden. Auch wurden bislang nur selten Wechselwirkungen mit anderen Nahrungsmittelergänzungen nachgewiesen. Wer allerdings regelmäßig Medikamente einnehmen muss, der sollte vor der Einnahme mit seinem Arzt sprechen.

Die Nebenwirkungen von der Einnahme von Melatonin

Insbesondere betreffe die gelegentlich auftretenden Nebenwirkungen, die durch die Einnahme von Melatonin-Präparaten entstehen, den Schlaf-Wach-Rhythmus sowie den Kreislauf. Bekannt sind folgende Nebenwirkungen:
  • Unkonzentriertheit
  • Schläfrigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
Es ist nicht nur abhängig von dem Wirkstoff Melatonin, ob das Supplement Nebenwirkungen hervorruft, sondern auch von den übrigen Inhaltsstoffen des Produkts.

Die Dosierung und Wirkzeit von Melatonin

Melatonin ist dabei behilflich, die Einschlafzeit zu verkürzen. Die Wirkung tritt bereits bei regelmäßiger Anwendung innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein. Daher ist nicht nur die richtige Dosierung wichtig, sondern ebenfalls der Zeitpunkt der Einnahme. Am sinnvollsten ist es, Melatonin rund 30 Minuten vor dem Schlafengehen einzunehmen und am besten zwischen 21 und 23 Uhr. Wichtig ist, dass der Einnahmezeitpunkt sowie der Zeitpunkt des Zubettgehens konstant beibehalten werden. Sollte der Fall eintreten, dass die Einnahme einmal vergessen wird, dann sollte die Dosis nicht später eingenommen, sondern besser weggelassen werden. Ratsam ist es, für die Menschen, die mit gravierenden Problemen zu kämpfen haben, das Melatonin rund zwei Stunden vor dem Schlafengehen einzunehmen. Allerdings kann es anders kommen als gedacht, wenn das Melatonin zu einer falschen Zeit oder eine zu hohe Dosis eingenommen wird. In dem Fall kann es zu einer gegenteiligen Wirkung kommen. Auf die Einnahme von Melatonin sollten Kinder und Schwangere verzichten.

Für wen ist Melatonin empfehlenswert?

Es gibt verschiedene Einnahmeformen von dem natürlichen Einschlafwirkstoff. Interessant sind jedoch die Berufe, für die das Nahrungsergänzungsmittel bzw. das Einschlafmittel Melatonin empfehlenswert ist. Dabei handelt es sich um Menschen die in ihrem Beruf mit einem unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zu kämpfen haben, wie bspw. Piloten, Polizisten, LKW- und Taxifahrer, Stewardessen, Ärzte und Krankenschwestern. Die Einnahme von Melatonin kann für die Berufsgruppen mit einem unregelmäßigen Arbeitsrhythmus bzw. für die, die nachts arbeiten, hilfreich sein. Doch auch hier gilt: Auf die Dosierung achten.

Wo ist Melatonin rezeptfrei erhältlich?

In Deutschland ist der Kauf von Melatonintabletten, in Form von melatoninhaltigen Lebensmitteln rezeptfrei möglich. Allerdings ist in Deutschland Melatonin als Arzneimittel mit 2 mg verschreibungspflichtig und daher nur mit Rezept erhältlich. Jedoch gibt es einige hilfreiche Melatoninprodukte, die rezeptfrei gekauft werden können.

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