Gehoer 660x330 - Schlechtes Hören - Früherkennung ist wichtig

Schlechtes Hören – Früherkennung ist wichtig

Laut Schätzungen weisen 17 bis 20 Millionen Menschen in Deutschland ein vermindertes Hörvermögen auf. Insbesondere bei jungen Menschen nimmt die Zahl stetig zu: Immer häufiger kommt es zu Hörstürzen und Ohrgeräuschen, dem sogenannten Tinnitus. Größtenteils werden diese Erkrankungen auf psychosoziale Belastungen zurückverfolgt. Sie führen oftmals zu einer folgenschweren Beeinträchtigung im Alltagsleben, wenn Therapien keinen Erfolg bringen. Es gibt sowohl früh als auch spät erworbene Hörstörungen, die vielfältige Ursachen haben können.

Arten von Schwerhörigkeit

Mediziner unterscheiden zwischen zwei Hauptformen der Schwerhörigkeit:

  • Schallempfindungsschwerhörigkeit: Eine Schädigung des Hörorgans mit den Sinneszellen im Innenohr oder des Hörnervs liegt vor. Die Schallsignale können nicht mehr einwandfrei in das Hörsystem des Gehirns gelangen. Teilweise liegt die Störung im Gehirn selbst. Typischer sind Innenohrprobleme bei Alters- oder Lärmschwerhörigkeit. Die Beschädigung ist in den meisten Fällen dauerhaft.
  • Schallleitungsschwerhörigkeit: Für sie sind Erkrankungen oder Störungen im Außen- oder Mittelohr verantwortlich. Dabei wird die Weiterleitung der Schallwellen entweder verzerrt oder behindert. Ein Merkmal dieser Art von Schwerhörigkeit ist, dass Betroffene beispielsweise Unterhaltungen weiterhin gut verstehen. Hohe und tiefe Töne hören sie jedoch erst ab einer bestimmten Lautstärke.

Wichtigkeit Früherkennung

Da schlechtes Hören eine hohe psychische Belastung darstellen kann, sollten sich betroffene Menschen im Zweifelsfall testen lassen. Dies gilt vor allem, wenn Probleme bereits über einen längeren Zeitraum bestehen. Wer eine Hörverminderung nicht behandelt, tritt häufig automatisch anders auf. Soziale Aktivitäten werden vermieden und auch das Kommunikationsverhalten ändert sich. Im schlimmsten Fall resultieren daraus familiäre, partnerschaftliche und berufliche Konflikte. Ein einfacher Test trägt zur Früherkennung eines Hörverlustes bei. Bei jeder Art gesundheitlicher Einschränkung gilt: Je früher Betroffene etwas unternehmen, desto geringer ist die Gefahr negativer Auswirkungen auf die Lebensqualität.

Auslöser für verminderte Hörfähigkeit

Mittelohr- oder Gehörgangsentzündung

Sie stellen oft die Ursache für eine eingeschränkte Hörfähigkeit dar. Innerhalb des Hörorgans entstehen in der Regel Schwellungen, Rötungen und eine Überwärmung. Die Anzeichen erkennt oftmals nur der Arzt, der die Möglichkeit hat, tief in das Ohr hineinzuschauen. Der Mittelohrentzündung gehen häufig Viruserkrankungen, darunter Erkältung und Grippe, voraus. Eine Behandlung kann sowohl durch Hausmittel als auch vom Arzt verschriebene Medikamente erfolgen. Was viele Menschen nicht wissen: Rezepte können nicht nur in Offline-, sondern auch in Versand-Apotheken eingelöst werden.

Hörsturz

Unter einem Hörsturz versteht sich eine plötzlich auftretende Hörminderung oder völlige Taubheit. In der Regel ist sie nur einseitig. Patienten empfinden ein Druck- oder Wattegefühl im Ohr. Teilweise wird die Erkrankung durch Schwindel und Überempfindlichkeiten gegen Schall und Co. begleitet. Während die leichtere Variante oft keine Behandlung erfordert, wird bei schwereren Fällen Kortison eingesetzt. Eine erkennbare Ursache liegt nur selten vor.

Lärmschaden

Vielfach ist eine starke Lärmbelastung der Grund für Schwerhörigkeit. Sie kann sowohl durch eine dauerhafte als auch kurzzeitige Strapazierung des Gehörs ausgelöst werden. Zu den Betroffenen zählen viele Menschen, die regelmäßig, beispielsweise am Arbeitsplatz, starkem Lärm ausgesetzt sind. Das Tragen von einem Ohrenschutz hilft, Hörprobleme zu vermeiden. Bei der Lärmschwerhörigkeit liegt eine Unterversorgung der Haarzellen im Ohr mit Sauerstoff vor. Dadurch wird der Stoffwechsel gestört, es kommt zu Funktionsstörungen des Hörapparats. Mit einem Hörgerät lassen sich die Defizite ausgleichen.

Altersschwerhörigkeit

Auch sie hängt zum Teil mit den Haarsinneszellen im Innenohr zusammen, die nach und nach brechen können. Es ist ganz natürlich, dass ungefähr ab einem Alter von 50 Jahren das Hörvermögen langsam schwächer werden kann. Manchmal werden Hörnerv und -zentrum durch den Alterungsprozess beeinträchtigt. Tatsächlich hören rund 40 Prozent der 65-Jährigen schlecht. Arzneimittel gegen die langsam nachlassende Hörfähigkeit gibt es nicht. Um die Situation zu verbessern, bieten sich gleichfalls Hörgeräte an.

Vererbte Hörschäden

Eine eingeschränkte Hörfähigkeit kann außerdem erblich bedingt sein. In Familien, die Schwerhörigkeits-Fälle aufweisen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung relativ hoch. Betroffen sind Familienangehörige oft bereits im Kindesalter. Meist liegt ein Gen-Defekt zugrunde, der von einem Elternteil auf den Nachwuchs weitergegeben wurde. Die Weiterreichung einer Sinneszellen-Schädigung ist ebenso möglich wie Sensibilität gegenüber Entzündungen, Lärm und anderen Einflüssen. Moderne Techniken, darunter Hochleistungs-Hörgeräte und Cochlea-Implantate, machen es heute möglich, selbst Patienten mit Hörverlust ein besseres Leben zu ermöglichen.

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