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Tinnitus: Wenn es unerträglich laut wird im Ohr

In Deutschland leiden rund drei Millionen Menschen unter den Ohrgeräuschen und bei jedem zweiten kommt es zu einer chronischen Erkrankung. Doch in allen Fällen gilt eines: Je eher eine Behandlung stattfindet, desto besser!

Ständiges Klingeln, Pfeifen oder Brummen: Der Tinnitus ist nervenaufreibend

Es gibt viele Ursachen, die zu Schädigungen im Innenohr oder am Hörnerv führen und so bei Menschen jedes Alters einen Tinnitus auslösen können. Das Spektrum ist dabei reich: vom Lärm über einen plötzlichen Hörsturz bis hin zu hohem Blutdruck oder einer Blockierung der Halswirbelsäule. Selbst Tumore, Stress und Nebenwirkungen von Medikamenten können der Auslöser für einen Tinnitus sein. Im Grunde gibt es kaum etwas, das kein Auslöser für einen Tinnitus ist. Doch mehr als zwei Drittel sind auf Schwerhörigkeit zurückzuführen, da der Mensch weniger hört und daher mehr in sich hinein hört, wie die Leiterin des Tinnituszentrums an der Berliner Universitätsklinik Charité, Birgit Mazurek erklärt.

Kommt es zu einem Rauschen im Ohr und dieses verschwindet nach zwei Tagen nicht, dann ist es ratsam, den HNO-Arzt aufzusuchen. Es gibt durchaus „Erste Hilfe“ Maßnahmen in Form von Medikamenten: Kortison und eine Arzneilösung, die das Blutvolumen vergrößert. Diese wird als Infusion gegeben, wodurch mehr Nährstoffe ins Innenohr gelangen und es besser versorgt wird. Des Weiteren ist es den geschädigten Haarzellen im Ohr möglich, sich zu regenerieren. Allerdings ist eine solche Behandlung nur in den ersten drei Monaten sinnvoll. Sollte das Rauschen bestehen bleiben, dann wird es chronisch und in dem Fall ist es eher unwahrscheinlich, dass der Tinnitus vollkommen verschwindet.

Bei Tinnitus die oberste Regel verfolgen: Die Stille meiden

Sobald die Ursache des Tinnitus bekannt ist, kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Menschen mit einem Hörschaden sollten ein Hörgerät tragen, denn dann nehmen die Umgebungsgeräusche zu und die Geräusche im Ohr stehen nicht mehr im Vordergrund. Doch ist die Ursache nicht bekannt, dann sind die Betroffenen verschiedenen Ansätzen ausgeliefert und oft führt die Behandlung nicht zum Erfolg. Es kann in dem Fall sogar zu einem sogenannten Therapie-Hopping kommen und zugleich konzentriert sich der Betroffene ständig auf die nervenaufreibenden Geräusche im Ohr.

Eben dieser Teufelskreis kann zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen sowie Depressionen – sogar zu Suizidgedanken. Wer zu einer psychischen Erkrankung neigt oder darunter leidet, der sollte dringend eine Psychotherapie machen.

Lernen „wegzuhören“

Sollte nichts gegen das Rauschen im Ohr unternommen werden, dann ist den meisten Betroffenen das Geräusch nur noch gelegentlich bewusst oder aber sie hören es fast gar nicht mehr. Diese Patienten haben es gelernt „wegzuhören“ und das Rauschen oder Piepen in ihrem Ohr auszublenden. Wichtig ist dafür zu wissen, dass ein Tinnitus nicht im Ohr entsteht, sondern im Kopf. Eben aus diesem Grund besitzt das Gehirn die Fähigkeit, die Geräuschwahrnehmung an- und auszuschalten. Dies ist beispielsweise beim Schlucken zu erkennen. Dieses Geräusch ist gar nicht so leise und pro Tag schluckt der Mensch viele tausend Male. Aber es wird nicht wahrgenommen, da das Gehirn es als unwichtig wegfiltern. Eben dieses „weghören“ verschafft beim Tinnitus Linderung. Doch was ist, wenn es einem nicht gelingt, einfach „wegzuhören“ und die Geräusche im Ohr zu ignorieren?

Das Rauschen im Ohr mit der richtigen Therapie bekämpfen

In solchen Fällen gibt es bestimmte Therapien, wie die Hör-Therapie. Die Filterfähigkeit des Gehirns Wied über verschiedene Übungen trainiert. Dabei bekommen die Patienten einen Kopfhörer auf und es wird ein Konzert abgespielt. Spielen alle Musiker gleichzeitig muss der Betroffene lernen, nur den Solo-Geiger herauszuhören. Dabei konzentriert sich der Patient ausschließlich auf diesen Musiker und nimmt auf die Dauer die anderen Musiker nicht mehr bzw. kaum noch wahr. Dabei handelt es sich um eine Konzentrationsübung, mit der die Fähigkeit trainiert wird, das lästige Piepen, Rauschen und Pfeifen gezielt auszublenden.

Alternative Tinnitus-Therapien – Therapie mit frequenzbehandelter Musik

In den vergangenen Jahren sind einige Tinnitus-Therapien auf den Markt gekommen und das ist aufgrund der steigenden Zahl der Betroffenen nicht verwunderlich. Mitte der 2010er Jahre haben einige Unternehmen der Tinnitus-Therapie damit begonnen, frequenzbehandelte Musik zu verschreiben. Die Grundlage dieses Verfahrens sind die Forschungen der westfälischen Wilhelmsuniversität Münster. Innerhalb dieser Forschungen wurde die Wirksamkeit von Musikstücken auf die Tinnitus-Frequenz untersucht.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps auf Grundlage der Forschungsergebnisse 2012 von verschiedenen Herstellern auf den Markt gebracht, wobei eines der Produkte klar heraussticht:

Tinniwell, von der Schweizer Firma Resaphene Suisse AG

Hier wird nicht auf eine App gesetzt, sondern auf ein eigenständiges Therapiesystem. Das Gerät ist etwas so dick wie zwei Tafeln Schokolade und ebenso groß. Geliefert wird es mit zwei Paar Kopfhörern. Auch hier wird auf frequenzgefilterte Musik gesetzt, wobei in der Anwendung andere Ansätze verfolgt werden. Damit erhält der Betroffene ein vollständiges System sowie eine umfangreiche Unterstützung, die ohne weitere Technik funktioniert. Auch die bisherigen Studienergebnisse sind vielversprechend, denn eine Linderung von 54 % der Patienten binnen vier Wochen ist studienbelegt. Damit ist Tinniwell die einzige Therapie für Tinnitus Patienten, die über einen Wirkungsnachweis verfügt.

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