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Wilder Lattich: Ein uraltes natürliches Heilmittel

Ein jeder hat mindestens einmal im Leben akute Schmerzen oder leidet gar unter chronischen Schmerzen. Selbst wenn man dann genau weiß, dass der Körper sich von etwas erholt oder das etwas in ihm vorgeht, ist es notwendig etwas zu unternehmen, um die Schmerzen zu lindern – zumindest dann, wenn das tägliche Leben weitergehen soll und man seiner Arbeit nachgehen will, wie gewohnt.

Häufig wird dann zu den verschreibungspflichtigen oder rezeptfreien Medikamenten gegriffen, die allerdings oft mit (schädlichen) Nebenwirkungen einhergehen. Das Problem ist dabei, dass ein grosser Teil der Menschheit von der Chemie abhängig wird und damit das Problem verschleiert, aber nicht die Ursache bekämpft. Doch es gibt immer mehr Menschen, denen das allmählich bewusst wird und die sich darauf besinnen, dass es auch natürliche Mittel gibt, die ebenso wirksam oder sogar noch wirksamer sein können als die Medikamente der Pharmaindustrie.

Wilder Lattich: Auch bekannt als Gift-Lattich (Lactuca virosa), Stinklattich oder Stinksalat ist ein naher Verwandter des Kopfsalats. Er ist eine Art aus der Gattung Lattiche aus der Familie der Korbblüter (Asteraceae). Die Blätter und der getrocknete Milchsaft, das Lactucarium, wurden bis zur 100 Jahren als Beruhigungsmittel genutzt. (Quelle: Wikipedia).

Wilder Lattich – ein uraltes Beruhigungsmittel

Seit dem Altertum kam Gift-Lattich als Heilpflanze zum Einsatz und das zunächst im Mittelmeerraum. Später wurde die angeblich beruhigende, harntreibende Wirkung auch in anderen Regionen geschätzt. Über die unterschiedlichen Vorzüge des Gewächses schrieb beispielsweise um 430 v. Chr. Hippokrates. Im Jahr 42 beschrieb der römische landwirtschaftliche Schriftsteller Columella vier Lattich/-Salatsorten und nur 57 Jahre später auch Plinius weitere neun. Kaiser Augustus soll den Gift-Lattich für seine Genesung von schwerer Krankheit verantwortlich gemacht haben. Er soll von dem Lattich so begeistert gewesen sein, dass er seinem Leibarzt Antonius Musa zu Ehren eine Statue errichten ließ. Die Lattichpflanzen verbreiteten sich vermutlich dann durch die Ausweitung des Römischen Reiches über die weiteren Teile Europas.

Immer mehr Ärzte sollen gegen Ende des 18. Jahrhunderts den getrockneten Milchsaft als Opiumersatz genutzt haben. Großflächig wurde die Pflanze um 1847 im Moselgebiet angebaut und der gewonnene Milchsaft wurde sogar über England in die USA exportiert. Selbst in anderen europäischen Ländern gab es einen erhöhten Anbau des Lattich-Gewächs.

In Deutschland waren bis zum 19. Jahrhundert Gift-Lattich-Zubereitungen offiziell und das bedeutet, sie waren im deutschen Arzneibuch (DAB) enthalten. Im Britisch Pharmaceutical Codes wurde noch 1911 die Zubereitung beschrieben. Doch schließlich wurde das Lactucarium durch Opium aus Asien ersetzt. Entweder aufgrund der mühsamen Ernte oder aufgrund des fehlenden wissenschaftlichen Nachweises der Wirkung.

In den 70iger Jahren des 20. Jahrhunderts feierte die Pflanze eine überraschende Wiederentdeckung, und zwar als die Wirkung in den Hippiekreisen der USA bekannt wurde. Daraufhin wurde von einer deutschen Firma ein Präparat auf der Basis des Lactucarium und brachte die Droge werbewirksam auf den Markt. Doch da die Zubereitung keinesfalls optimal war und keine Wirkung aufwies, beruhigte sich das Thema wieder sehr schnell.

Gift-Lattich: Wie sieht er aus?

Beim Gift-Lattich handelt es sich um eine ein- bis zweijährige, krautige Pflanze, die in der Regel eine Höhe von 60 bis 120 cm erreicht und nur in den seltensten Fällen 2 Meter erreicht. Die Wurzeln des Lattich-Gewächses sind spindelförmig und ästig. Der Geruch ist eher unangenehm und erinnert an Mohn. Der aufrechte Stängel ist zylindrisch und milchsaftführend. Er weist eine weißliche und oftmals rötlich überlaufende Farbe auf, während er am oberen Ende rispig verzweigt ist. An der unteren Hälfte oder etwas höher rispig beblättert.

In Deutschland ist diese Lattich Art nicht überall zu finden. Hauptsächlich kommt er an der Mosel vor, wo er an den Weinbergen angebaut wurde sowie im Rheinland und am Main. Bislang ist in Sachsen-Anhalt noch ein größeres Vorkommen zu verzeichnen. Doch da der Gift-Lattich eine wärmeliebende Pflanze ist, wächst er vor allem in Süd-, Mittel-, Westeuropa, aber auch in Osteuropa (Ungarn und Polen) sowie in Nordafrika bis Westasien.

Volkstümliche Anwendungen und akute Toxizität

Wilder Lattich kommt beispielsweise volkstümlich bei folgenden Erkrankungen zur Anwendung:

  • Keuchhusten
  • Reizhusten
  • Dysmenorrhö
  • Nymphomanie
  • Schlaflosigkeit
  • Unruhe & Erregbarkeit (bei Kindern).

Allerdings ist die Wirksamkeit hier nicht wissenschaftlich belegt. Zudem soll das Lactucarium ähnlich wie Opium, beim Rauchen zu Euphorie und Wohlgefühl führen, doch auch sedierende und analgetische Effekte gezeigt haben. Hier liegen keinerlei experimentelle Befunde vor.

Wichtig ist anzumerken, dass Giftlattichsaft in einer nicht bezifferten Überdosis beim Menschen zu Erbrechen, Magendruck, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Pulsverminderung, Pupillenerweiterung, Hautjucken, Atembeklemmung und Gangstörungen führen kann. Zudem wird auch über Schweißausbruch, Atembeschleunigung, einer erhöhten Herztätigkeit und nicht näher charakterisierten Sehstörungen berichtet sowie über ein gesteigertes Schlafbedürfnis.

In der Homöopathie werden die frischen, ganzen Pflanzen zur Blütezeit gesammelt und gegen Verdauungsschwäche eingesetzt.

Anbau im eigenen Garten

Wilder Lattich kann sehr gut aus Samen gezogen werden und der Anbau gleicht dem, es Gartensalats. Ab März kann die Aussaat erfolgen und das an einem steinigen, sonnigen Ort ohne stehende Nässe. In Krauter Gärtnereien ist der Giftlattich als Jungpflanze erhältlich.

Foto: H. Zell, CC BY-SA 3.0

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