Home / Allgemein / Zahnvorsorge wird weltweit vernachlässigt
Zahnbuerste 660x330 - Zahnvorsorge wird weltweit vernachlässigt

Zahnvorsorge wird weltweit vernachlässigt

Mangelnde Mundhygiene, hoher Zuckerkonsum und unregelmäßige Prophylaxebehandlungen. Dies sind drei Gründe dafür, dass weltweit 3,5 Milliarden Menschen unter Zahn- und Mundproblemen leiden.

Studie belegt, dass Zahnvorsorge Krankheitsfälle verhindert

Die Zahnmedizin befindet sich in einer Krise, laut Richard Watt vom University College London (UCL). Laut einer Studie der Wissenschaftler, die im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde, haben 3,5 Milliarden Menschen weltweit Probleme mit ihren Zähnen. Als Auslöser sehen die Experten vor allem eine mangelnde Mundhygiene und zu unregelmäßige oder gar nicht erfolgende Prophylaxebehandlungen. Laut den Autoren der Studie steht bei der Zahnmedizin die Behandlung akuter Probleme. Das heißt, die Zahnärzte greifen an einem Punkt ein, an dem es im eigentlichen Sinne schon zu spät ist.

Karies, Zahnfleischerkrankungen, Parodontitis und Mundkrebs zählen zu den häufigsten Beschwerden der betroffenen Personen. Dabei beschränken sich die Probleme nicht nur auf die Schwellen- und Entwicklungsländer, sondern selbst die hochentwickelten Industrienationen wie Deutschland. Laut einer aktuellen Studie der Krankenkasse Barmer nutzen je nach Region bis zu einem Drittel aller Versicherten nicht regelmäßig die zahnärztliche Prophylaxebehandlungen. Die britischen Forscher sehen als zusätzliche Ursache der schlechten Versorgung der Bevölkerung die Abkoppelung der Zahnmedizin von der übrigen Gesundheitsversorgung.

Zusatzversicherungen als Absicherung

In Deutschland sind laut Stefan Listl, Co-Autor der Studie vor allem Personen von Zahnproblemen betroffen, die aus niedrigen Bildungsschichten stammen. Der Wissenschaftler aus dem Bereich Gesundheitsökonomie sieht als Ursache dafür ebenfalls die mangelnde Bereitschaft der Personen sich einer Prophylaxebehandlung zu unterziehen. In vielen Fällen wird diese in Deutschland von der Krankenkasse übernommen.

Trotz der bereits guten Grundversorgung denken 11% aller Personen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren darüber nach, eine private Krankenzusatzversicherung abzuschließen. Die ergab eine Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov. Zumindest gaben 19% an, dass Sie Interesse an einer weiteren Versicherung haben und die Zahl der Personen, die bereits über eine solche Zusatzversicherung verfügen, zeigt auf, dass die Deutschen bereit sind, in die eigene Gesundheit zu investieren.

Der Anteil der Personen, die eine private Zusatzversicherung besitzen ist im Zeitraum zwischen 2013 und 2015 von 20% auf 23% gestiegen. Die Zahnzusatzversicherung weist dabei den höchsten Anteil auf, gefolgt von der Auslandsreiseversicherung.

Die Zahl der Zahnärzte in Deutschland steigt

Deutschlandweit gab es 2017 rund 95.190 Zahnärzte, von denen circa 72.120 ihren Beruf tatsächlich ausübten. Den rund 39.610 männlichen Zahnärzten stehen 32.510 weibliche Zahnärzte gegenüber, wenngleich sich in den vergangenen Jahren die Geschlechterlücke kontinuierlich geschlossen hat.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der berufstätigen Zahnärzte um rund 20% erhöht, womit zugleich der Bedarf an Dentalbedarf gestiegen ist. Zuletzt zählte das Statistische Bundesamt über 41.260 Zahnarztpraxen deutschlandweit, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Berlin und Hamburg führen hier mit einem Durchschnittswert von 120 bzw. 112 Zahnärzten pro 100.000 Einwohner das Ranking der Bundesländer mit einem deutlichen Vorsprung an.

Die zahnärztlichen Behandlungen im Jahr 2017 stellten mit rund 11,11 Milliarden Euro den fünftgrößten Ausgabenfaktor der GKV dar. Von den rund 112 Millionen zahnärztlichen Behandlungen entfiel der größte Anteil auf die konservierenden, chirurgischen Behandlungen (8,1 Milliarden Euro).

Das weltweite Problem: unbehandeltes Karies

In den vergangenen Jahrzehnten gab es in Hinsicht auf Karies bei Kindern große Fortschritte, wobei Karies bei bleibenden Zähnen noch immer ein weltweit großes Problem ist. Das betrifft ebenfalls Deutschland. 2017 wiesen 41% der Deutschen unbehandeltes Karies bei bleibenden Zähnen auf, wie die Daten des Institute for Heath Metrics und Evaluation der University of Washington aufzeigen.

Eine deutsche Studie zur Mundgesundheit weist auf, dass die Zahl der kariösen, fehlenden Zähne oder gefüllten Zähne in den vergangenen Jahrzehnten fühlbar zurückgegangen ist. Allerdings weisen demnach noch immer 11,2 Zähne von 35- bis 44 Jahre alten Personen eine Karieserfahrung auf. Zum Vergleich: 1997 waren es 16,1 Zähne.

Zucker als Hauptursache von Karies & Co.

Die Wissenschaftler beurteilen in diesem Bezug die Rolle der Zucker- Lebensmittel- und Getränkeindustrie als „Gefahr“. Denn die Wissenschaftler von UCL als auch die Wissenschaftler der New York University sehen als Hauptursache die steigende Zahl der Zahnerkrankungen weltweit im hohen Zuckerkonsum. Dieser sorgt besonders bei Sportgetränken in Kombination mit dem oft hohen Zitronensäuregehalt dafür, dass sich der Zahnschmelz schneller abnutzt und die Zähne somit unter einer Überempfindlichkeit leiden.

Außerdem warnen die Wissenschaftler davor, die Zähne direkt nach dem Verzehr solcher Getränke zu putzen. Der Grund sei, dass die aufgeweichte Zahnoberfläche durch die mechanische Belastung angreifbar ist. Eine Wartezeit von mindestens 30 Minuten ist laut den Ergebnissen der Studie empfehlenswert. So würden unmittelbare Folgen verhindert bzw. vermindert und es wird eine übermäßige Abnutzung der Zähne durch das Putzen vermieden.

Darüber hinaus warnen die Experten davor, dass der Prozess der „langsamen Zersetzung der Zähne“ sich auf den gesamten Körper auswirkt. Sobald ein Zahn nicht mehr vital ist, sterben die enthaltenen Nerven und Gefäße ab. Dabei entstehen wie bei jeder Verwesung Zersetzungsprodukte, die für den Körper giftig sind. Aufgrund dessen spaltet der Körper den Zahn vom Kreislauf ab, in dem er im Kiefer rund um diesen Zahn ein Granulom bildet. Allerdings kann diese Abgrenzung nicht komplett verhindern, dass die giftigen Eiweißzerfallprodukte in den Blutkreislauf gelangen. Das Immunsystem arbeitet gegen diese Giftstoffe permanent an und neutralisiert diese. Da ein kaputter Zahn dauerhaft Giftstoffe absondert, muss das Immunsystem pausenlos aktiv sein. Auf die Dauer wird so das Immunsystem geschwächt.

Treten Beschwerden wie Müdigkeit, Schwächephasen oder verminderte Leistungsfähigkeit auf, dann sollte auch das Gebiss untersucht werden, denn die Ursachen könnten in einem kariösen Zahn liegen.

Hier nachlesen ...

Lactuca virosa 310x165 - Wilder Lattich: Ein uraltes natürliches Heilmittel

Wilder Lattich: Ein uraltes natürliches Heilmittel

Ein jeder hat mindestens einmal im Leben akute Schmerzen oder leidet gar unter chronischen Schmerzen. …

Tinnitus 310x165 - Tinnitus: Wenn es unerträglich laut wird im Ohr

Tinnitus: Wenn es unerträglich laut wird im Ohr

In Deutschland leiden rund drei Millionen Menschen unter den Ohrgeräuschen und bei jedem zweiten kommt …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.